Monographie

Juli 2021 erschien im VDG-Verlag das Buch "Hans Wissel (1897 - 1948), Blechplastiken" von Elisabeth Peters und Christian Wissel (ISBN: 978-3-89739-963-1). In ihm wird das gesamte künstlerische Werk von Hans Wissel zum erstenmal dargestellt. Das Buch umfasst 120 Seiten und enthält 74 Abbildungen, davon 48 historische Fotos in Schwarzweiß. Es ist für 28 € über den Buchhandel oder online direkt beim Verlag erhältlich.

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Erratum

Seite 59 rechts: Aus dem Abschnitt „Die hier vorgestellten Arbeiten […..] Er wählte den Weg der Anpassung.“ wäre zu entnehmen, dass Hans Wissel sich 1933/34 der Forderung der Nationalsozialisten nach einem neoklassizistischen Stil anpasste.  Aus den folgenden Zitaten folgt, dass dies nicht korrekt ist. Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen „NS-Stil“, woran sich Wissel hätte anpassen können. So gesehen ist auch der Titel „Königsberg 1933 bis 1945 – Zeit der Anpassung“ des ganzen Kapitels und die entsprechende Passage auf dem hinteren Buchdeckel verfehlt.

 

Ursel Berger, Georg Kolbe in der NS-Zeit, Georg Kolbe Museum 2018

Zu finden bei: https://www.yumpu.com/de/document/view/21308335/ursel-berger-georg-kolbe-in-der-ns-zeit-georg-kolbe-museum

Letzter Zugriff 5.6.2022

Dieser Artikel wird auch bei Peters auf Seite 59 dieses Buches unter der Fußnote 134 zitiert.

Seite 8: „Es stellt sich nämlich die Frage: Woran hätte sich Kolbe denn anpassen sollen? Viel zu wenig wird bedacht, dass es 1933 keinen „NS-Stil“ gab. Die ersten Jahre der NS-Herrschaft waren sogar von erheblichen Kontroversen im Kunstbereich geprägt.“ [.…]

„Da es ganz unklar war, welche Stilrichtung genehm sein würde …“ [….]

„Zu Beginn der NS-Zeit gab es noch eine engagierte Kampfrichtung zu Gunsten des Expressionismus, die sogar in Parteikreisen verbreitet war.“ [….]

„Insgesamt hat die intensive kritische Beschäftigung mit der NS-Zeit zu der irreführenden Vorstellung geführt, dass es eine breite NS-Kunstströmung gegeben hätte.“

Seite 13: „Nach den ersten Jahren mit Kontroversen um das, was deutsche Kunst sei, und wie eine dem Nationalsozialismus entsprechende Kunst auszusehen habe, gab es zwar nie eine endgültige und allumfassende Klärung, allerdings wurde eine Art von Neoklassizismus mit dem Architekten Albert Speer und den Bildhauern Arno Breker und Josef Thorak an der Spitze zur exponiertesten Richtung während der NS-Zeit.“

Wikipedia                  Expressionismusdebatte

1 Nationalsozialistische Expressionismusdebatte

„Die Konturen der nationalsozialistischen Kunstpolitik waren unmittelbar nach der Machtergreifung noch unscharf, die Frage nach einem „Staatsstil“ noch offen. Anhänger moderner Kunst versuchten einen „Nordischen Expressionismus“ im völkischen Sinne zu etablieren. Joseph Goebbels wollte 1933 die Expressionisten Emil Nolde und Ernst Barlach zu „Prototypen des nordischen Künstlers“ ausrufen, stieß aber auf Widerstand des Kampfbundes für deutsche Kultur von Alfred Rosenberg.“ [….]

„Hitler persönlich entschied schließlich den „Expressionismusstreit“. Auf den Reichsparteitagen 1933 und 1934 äußerte er sich im Konflikt Rosenberg-Goebbels noch nicht eindeutig“ [….]

„Am 11. September 1935 aber rechnete er in seiner „Kunstrede“ endgültig mit der Kunst der Moderne ab. Goebbels schwenkte um, verfolgte nun eifrig moderne Kunst, die fortan als „entartet“ verfemt wurde.“    

 

                 Letzter Zugriff: 5.6.2022

Der Tagesspiegel 3.8.2015 08:25 Uhr, Rezension

Bernhard Schulz, Künstler im Nationalsozialismus, Viele wollten dazugehören

„Doch immer noch ist Detailarbeit in der Erforschung der Nazi-Zeit zu leisten. Wolfgang Ruppert, Professor für Kultur- und Politikgeschichte an der Universität der Künste Berlin, hat dies nun mit dem Sammelband „Künstler im Nationalsozialismus. Die ,deutsche Kunst’, die Kunstpolitik und die Berliner Kunsthochschule“ unternommen.“ [….]

„Eine seit Langem diskutierte Frage ist die nach der Genese einer spezifisch nationalsozialistischen Kunst. Dies war 1933 noch nicht entschieden; es gab zahlreiche Stimmen vor allem unter jungen NS-Anhängern, die den Expressionismus als „deutsche“ Kunst propagierten.“ [….]

„wie es der Emigrant und Architekturhistoriker Julius Posener einmal ausdrückte – und im Beitrag von Angela Lammert zitiert wird –: „Es war ja nicht so, dass die Künstler sich unterworfen haben: Viele haben eben das gewollt, und Jahre vorher.““

Wolfgang Ruppert (Hrsg.) Künstler im Nationalsozialismus. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2015. 372 Seiten, 44,90 Euro.

Zu finden unter https://www.tagesspiegel.de/wissen/kuenstler-im-nationalsozialismus-viele-wollten-dazugehoeren/12135668.html                     Letzter Zugriff 5.6.2022