Kurzer Lebenslauf



2. Professur an den Kölner Werkschulen (1925–1931)


Am 1.10.1925 wurde Hans Wissel als Professor für „Monumentale Plastik und figürliche Metall-Treibarbeit“ an die Kölner Werkschulen berufen. Bis 1931 arbeitete er vielfach mit den Architekten Dominikus Böhm und Otto Bartning zusammen, die die führenden modernen Kirchenbauer jener Zeit waren. Wegen finanzieller Probleme der Stadt Köln wurde er am 30.9.1931 entlassen. 1932 entstanden eine Lutherstatue und ein lebensgroßes Kruzifix aus getriebenem Kupfer, die für der Weltausstellung in Chicago 1933 ausgewählt wurden.


3. Professur an der Kunstakademie in Königsberg (1933–1945)


Im Jahr 1933 erhielt Hans Wissel einen Ruf an die Kunstakademie Königsberg in Ostpreußen. Dort fertigte er u.a. Skulpturen in Stein für öffentliche Einrichtungen, wie auch Büsten bedeutender historischer Personen in Marmor und Bronze. Ein Mädchenkopf (1926, verschollen) wurde 1937 in der Kunsthalle Mannheim als entartet beschlagnahmt, ebenso ein Mädchentorso (1926) in der Nationalgalerie Berlin, der sich heute wieder in der Neuen Nationalgalerie befindet. Von 1939 bis 1945 nahm er als Soldat und Sanitäter am Zweiten Weltkrieg teil, wobei er über längere Zeiträume für wichtige Aufträge freigestellt wurde. Seine Werke aus dieser Zeit sind fast alle verschollen.


4. Spätwerk (1947–1948)


Im Herbst 1945 aus britischer Gefangenschaft entlassen, konnte Hans Wissel in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen seine gesamte Familie versammeln und für deren Unterhalt durch Herstellung von Schmuck sorgen. In einer kleinen Werkstatt fertigte er ab 1947 ca. 25 Reliefs und Köpfe aus getriebenem Messing und Kupfer an, die häufig eine religiöse Thematik hatten. Am 18. Mai 1948 verstarb Hans Wissel. Im November 1949 fand in der Galerie "Der Spiegel" in Köln eine Gedächtnisausstellung statt. Die Eröffnungsansprache hielt Prof. August Hoff.

Siehe auch: https://www.corneliawissel.com
 

1. Ausbildung und Frühwerk (1911 – 1924)


Am 4.8.1897 wurde Hans Wissel in Magdeburg geboren. Er wurde von seinem Vater, Oscar Wissel, als Goldschmied, Graveur und Ziseleur ausgebildet. Nach seinem Lehrabschluss arbeitet er in der väterlichen Werkstatt. Nach dem Krieg, an dem er von 1916 bis 1918 teilnahm, übernahm er 1919 zusammen mit seinem Bruder das Geschäft und die Werkstatt seines Vaters. Hans Wissel hat die Treibtechnik für die Bildhauerei wieder neu aufgegriffen und weiterentwickelt.  Für Rundplastiken entwickelte er eine neue Technik, bei der er Einzelteile aus Kupfer- oder Messingblech durch Treiben vorformte und dann durch Hartlötung zur gesamten Vollplastik zusammenfügte. Für ein knappes Jahr ging Hans Wissel 1923/24 nach Carrara und Rom, um sich künstlerisch weiter zu bilden und die Techniken des Bronzegusses und der Marmor- bzw. Steinbearbeitung zu erlernen. Von Herbst 1924 bis Sommer 1925 war er Mitglied der Künstlerkolonie Gildenhall. Durch unlautere Machenschaften der Leitung brachte ihm das eine große Verschuldung ein.

Hans Wissel 1929